Wenn der Beruf zur Berufung wird

Das Wort Arbeit hat für uns keine Bedeutung. Wir lieben was wir tun.

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Menschen helfen macht glücklich

Ich und meine Frau haben in unserer Arbeit auch unser Glück gefunden. Es ist wunderbar, Menschen zu begleiten und einen unvergesslichen und schönen Abschied zu schenken. Glücklich sind wir auch über die Menschen, die uns helfen, alle Wünsche unserer Kunden umzusetzen.

Geschäftsleitung

Natalie Obernigg

Natalie Obernigg

Geschäftsführung, Künstlerische Leitung

Das Leben ist ein Abenteuer. Und es ist spannend. Jeden Tag kann alles passieren. Ich weiß nie, was mich am nächsten Tag erwartet. Als ich begann, die Welt so zu sehen, änderte sich für mich alles. Aber mein Lebensweg begann nicht so. Zuerst musste ich viele Prüfungen bestehen, die meinen Blick bis heute geschärft haben.

Meine erste Prüfung habe ich mir selbst auferlegt. In ganz jungen Jahren entwickelte ich ein so genanntes Krankheitsbild, das in der Medizin Anorexia Nervosa heißt. Kurz gesagt, ich hörte auf zu essen. Das war auch für meine Eltern eine Prüfung und dauerte 5 Jahre an. Gegen ende wog ich gerade mal 35 Kilo bei einer Größe von 172 cm. Durch die Hilfe meiner Eltern und durch ihr Verständnis für die Sache durchtauchte ich dieses Abenteuer und begann schließlich wieder zu essen und damit nahm ich auch wieder zu.

Bereits meine zweite große Prüfung hatte mit dem Tod zu tun. Mein Vater starb, als ich noch sehr jung war. Meine Eltern waren da schon geschieden und ich war die einzige echte Bezugsperson für ihn. Sein Krankheitsverlauf war ein Abenteuer an sich.

 

Sechs Schlaganfälle und vier Herzinfarkte konnten ihn nicht aus der Bahn werfen. Für mich bedeutete das immer wieder viele Krankenhausbesuche und meinen Kampf gegen seine undisziplinierte Lebensführung. Da konnte ich noch nicht ahnen, dass diese Begebenheiten keineswegs sein Ableben begründeten.

Mein Vater sagte aber sehr oft zu mir „Spozl, wenn ich mal auf Hilfe angewiesen bin, dann darfst du mir nicht böse sein, denn dann gebe ich auf. Denn vor dem Hin werden hab ich keine Angst.“. Und so kam es dann. Er erlitt einen Beckenbruch, der nicht mehr ausheilen würde und er wäre für den Rest seines Lebens ein Pflegefall geworden. Er entschied sich zu gehen und drei Wochen später war es dann soweit. Er ging einfach so und ich war nicht bei ihm. Doch ließ ich es mir nicht nehmen, mich von seinem Leichnam zu verabschieden. Davon zehre ich bis heute, weshalb ich unseren Kunden immer einen letzten Blick empfehle.

Meine größte Prüfung war jedoch die Krebserkrankung meines Sohnes. Als er drei Jahre alt war, kam die erschütternde Diagnose „Leukämie“. Es begann zuerst eine Zeit des Bangens. Doch ich hatte keine Zeit zu hadern. Denn die Stärke meines Kindes verlieh mir ungeahnte Kräfte. Wir traten als Team an, um dem Krebs den Garaus zu machen. Das St. Anna Kinderspital war unser zweites Zuhause. In dieser Zeit durfte ich viel über das Leben lernen. Von meinem Sohn und vielen anderen Kindern, von denen heute einige nicht mehr auf Mutter Erde leben. Eine Zeit der Bewusstwerdung. Heute habe ich zwei gesunde Kinder. Wir haben überlebt.

Meine Erfahrungen stelle ich heute in den Dienst der Menschen, die sich wie ich damals, in einer Ausnahmesituation befinden. Am Besten kann ich das innerhalb unseres Institutes umsetzen. Unsere Kunden erwarten von mir Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Sie erwarten von mir Einsatz in ihrer Sache und einen wunderbaren Abschied von geliebten Angehörigen. Das ich dafür die notwendigen Voraussetzungen habe, verdanke ich meinen eigenen Lebenserfahrungen und nicht zuletzt meinem Sohn Dario.

Jörg Bauer

Geschäftsführung, Zeremonienleitung, Trauerredner (Lebensredner)

Der Tod (Sterbeprozess) war immer schon mein Begleiter weil meine erste Begegnung mit dem Tod eine sanfte und positive Erfahrung war. Meine liebste Großmutter, bei der ich auch einen Teil meiner Kindheit in Obhut war, verstarb sanft und selbst gewollt in meinen Armen. Nach dem Tod ihres Lebensgefährten sah sie ihre Aufgabe als erfüllt an und entschloss sich auch selbst zu gehen. Nur einige Tage nach diesem Entschluss, an dem sie noch rüstig und gesund schien, stieg ihr Zuckerspiegel trotz Insulin an und nach 10 Tagen entschlief sie sanft in meinen Armen. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass es für jeden von uns ein Zeitfenster gibt loszulassen und sanft zu entschlafen.

Als ich 24 war, verstarb mein Vater. Er klammerte sich trotz unheilbarer Krankheit und unfassbarer Schmerzen am Leben fest. Durch seine Sonderklasse-Versicherung bestärkt waren die Ärzte bereit, jede auch noch so unerforschte Therapiemethode zu testen. Er starb einen langen und schmerzhaften Tod.

Meine Mutter verstarb Jahre später an Brustkrebs. Sie sparte mit Behandlungen und erhielt sich ihre Lebensqualität. Vor allem aber befasste sie sich in den Jahren davor mit der Sterblichkeit des Leibes und verlangte, als sie sah, dass es keine mögliche Behandlung mehr gab, nach der Palliativ Station. Dort wartete ein Team von Engeln, deren einziges Bestreben es war, ihre Schmerzen zu lindern und ihr eine gute Zeit und einen bewussten und damit würdigen Sterbeprozess zu ermöglichen.

All diese Erlebnisse gaben den Ausschlag für die Gründung der Trauerplattform ASPETOS; die eine Hilfestellung für Angehörige bieten sollte. Das Angebot wurde so gut angenommen, dass wir überwältigt waren. Heute wird das Portal von 600 000 ÖsterreicherInnen monatlich aufgesucht um Trauerarbeit zu leisten und sich mit anderen in der selben Situation zu vernetzen. Dort durfte ich hunderte Trauernder kennen lernen und begann die Trauer zu studieren. Dieses Studium führte mich zu dem heutigen Konzept. Den Menschen ein gesundes Verhältnis und einen gesunden Umgang mit Trauer, Tod und Sterben zu ermöglichen.

Auch mein Team ist sehr bewusst und zu 100 Prozent für unsere Kunden da. Empathie und Nächstenliebe sind Grundvoraussetzung bei der Auswahl unseres Personals.

Über Lichtblick

Das Projekt beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Sterbeprozess und den Bestattungsgepflogenheiten in unserer Gesellschaft. In keinem anderen Kulturkreis werden diese Themen so weit an den Rand gedrängt, wie in der westlichen Welt. Auch in Österreich wird der Tod erst wahr genommen, wenn er bereits vor der Tür steht. Und obwohl man uns ÖsterreicherInnen einen zwanglosen Umgang mit dem Tod unterstellt, ist dem nicht so.

In meinen sechs Jahren Forschung in diesem Bereich musste ich feststellen, dass es dringenden Handlungsbedarf innerhalb der Sterbe- und Trauerbegleitung (die ich im weiteren Kontext einfach Lebensbegleitung nennen werde) gibt. Doch um über ein Thema zu sprechen, muss man auch ganz tief eintauchen. Aus diesem Grund gründete ich die Lichtblick GmbH und den gemeinnützigen Verein Lichtblick. Es ist meine Auffassung, dass wir als Gesellschaft nur dann weiter kommen, wenn wir nicht alles was wir tun dem Kapital unterstellen. Eine gesunde Seele ist abhängig von den ureigensten Bedürfnissen. Für einander da sein (auch wenn die Vergangenheit der Menschheit insgesamt anderes vermuten ließe) und unserer Kreativität Raum geben.

Unser Bestattungshaus geht neue Wege. Reduktion auf das wesentliche und Fokusierung des Lebens. Ich möchte nah an den Menschen arbeiten und das gewonnene Kapital in einen Kreislauf einbringen. Ein Kreislauf der Nächstenliebe. Ich gehe sogar soweit, dass ich behaupte, es wird die Einstellung derer, die sich auf uns einlassen, ein Stück weit verändern, indem sich deren Wahrnehmung verändert.

Bestattung

Das Unternehmen soll zwar Gewinnbringend arbeiten, allerdings ist das nicht das einzige oder vorrangige Ziel. Wir setzen uns mit dem Thema ganzheitlich auseinander. Die Lebenden stehen dabei im Vordergrund. Die Zeremonien, Rituale und Workshops, die wir anbieten, sollen das Loslassen erleichtern. Dabei gehen wir unkonventionell vor um letzte Wünsche zu erfüllen, schaffen neue Wege der Verabschiedung und treten an um überalterte Gesetze wie den Friedhof-Zwang endlich zu beseitigen.

Außerdem stehen wir für eine Reduktion. Die Beerdigungskosten sind in den letzten Jahren explodiert. Eine würdige Verabschiedung sollte aber für alle Menschen möglich sein, egal wie groß die Geldbörse ist. Durch Ideenreichtum und die Rückbesinnung auf die kleinen und schönen Dinge des Lebens möchten wir aufzeigen, welche Möglichkeiten es bereits heute gibt, um dies zu bewerkstelligen.

Für uns ist das letzte Geleit ein wichtiges Ereignis. In unserer Wahrnehmung handelt es sich um eine Transformation. Wir sterben um zu leben. Dem entspreche ich und möchte meine Gedanken mit anderen teilen. Ich begleite jede Familie wie meine eigene und versuche Halt und Kraft zu geben. Der Beruf ist für mich nach 6 Jahren in der Trauerbegleitung längst Berufung.

Lebensbegleitung

Seit 2016 darf ich auch Menschen kurz bevor sie heimgehen, auf ihrem Weg begleiten. Ich bin ehrenamtlich im Hospiz Rosenheim tätig und absolviere gerade ein Seminar im Kardinal König Haus in Wien. Der Schritt in diese Tätigkeit war der beste meines Lebens. Noch nie habe ich so ehrliche Gespräche geführt und noch nie habe ich soviel Bewusstheit gespürt. Menschen am Ende ihrer Tage sprechen Klartext. Kein Platz für Smalltalk oder Plattitüden. Die Hospiz BewohnerInnen haben noch soviel zu geben. Gespannt lausche ich jeder ihrer Geschichten und dort wo es gewünscht wird, helfe ich durch sanfte Worte und spende Wärme und Liebe.

Innerhalb meines Unternehmens spielt die Lebensbegleitung eine große Rolle. Dabei werde ich von einem engagierte Team unterstützt. Unsere Aufgabe sehen wir darin, Leiden zu lindern, egal ob körperlicher oder seelischer Natur. Das erreichen wir mit sanften Methoden wie Klangschalen- , Aroma-, Musik- und Gesprächstherapie. Innerhalb von „LichtBlick“ organisieren wir uns selbst und leisten Trauer- und Sterbebegleitung ohne nach Geld zu fragen. Die Begleitung von Menschen in schwierigen Situationen soll nicht monetär getragen sein, sondern auf liebevoller, menschlicher Ebene existieren. Die Menschen geben, wozu sie in der Lage sind. Wir werden nicht darauf achten, wer was gibt, um urteils- und wertungsfrei unsere Aufgabe erfüllen zu können. In dem Vertrauen, dass der Erhalt des Projektes zu jedem Zeitpunkt finanziert sein wird.

Gemeinnutzen

Wir möchten u ns vor allem im Bereich Hospize und Palleativmedizin engagieren. Durch unsere Tätigkeit sehen wir täglich die Differenz zwischen Bedarf und Angebot. Und da es heute immer ums Geld geht, wird sich an dieser Differenz nur etwas ändern, wenn wir als Gesellschaft Verantwortung füreinander übernehmen.

Unsere Organisation wird sich daher finanziell und mit Tatkraft dafür einsetzen, dass noch mehr Menschen entdecken, wie erfüllend es ist sich um andere Menschen zu kümmern. Ich bin so dankbar und voll Demut dem Leben gegenüber, erfüllt es sich doch jeden Tag aufs neue selbst. Diese Gefühle, diese Energie die bei der Arbeit entsteht möchte ich niemandem vorenthalten. Deshalb wird eine meiner Tätigkeiten die Einladung zu Vorträgen sein, in denen ich von den vielen Erlebnissen erzählen werde. Ich bin sicher einige Menschen beflügeln zu können. Es ist in unser aller Interesse, dass wir bei unserer abermaligen Transformation die selbe Liebe und Betreuung finden wie bei unserer ersten, der Geburt in diese Welt. Und solange auf diesem Planeten alles farbigem Papier unterworfen wird, kann diese Aufgabe nur durch Gemeinnützigkeit und das Ehrenamt bewerkstelligt werden.

bauer@lichtblick.rip

Immer mehr zu werden, was ich bin, das ist mein einziger Wille.

Das Lichtblick Team

Alexandra Poszert

Büroleitung, Krisenmanagerin

Ich bin Mutter von vier Kindern und wurde durch einen Freundin auf ein neues Unternehmen in unserer Region aufmerksam. An der Thematik war ich sofort interessiert. Nach zwei Jahren bei Lichtblick kann ich mir einen anderen Arbeitsplatz nicht mehr vorstellen. Ich denke, Jörg kann sich Lichtblick nicht mehr ohne mich vorstellen. Er ist ein kreativer Mensch und suchte jemanden wie mich, um Ordnung in sein kreatives Chaos zu bringen. Er kümmert sich mit Herzblut und seiner ganzen Aufmerksamkeit um unsere Kunden. Ich kümmere mich um die alltägliche Bürokratie und sorge dafür, dass in stressigen Zeiten nichts aus dem Ruder läuft.

Marcel Bauer

Marcel Bauer

Lehrling

Ich bin gerade 18 geworden und absolviere bei meinem Vater die Ausbildung „Marktkommunikation und Werbung“. Vorher besuchte ich das Oberstufen Realgymnasium Neulengbach. Ich erkannte jedoch, dass unser starres Schulsystem nichts für kreative Geister ist. In unserem Unternehmen kann ich mich verwirklichen und mein Paps lässt mir den Freiraum, den ich benötige. Denn mein Herz schlägt für unser Bestattungsinstitut. Anderen Menschen die Hand reichen und sie durch die schwere Zeit begleiten erfüllt mich.

Raziel Imhoff

Raziel Sandor

Bestattungsgehilfe, Grafiker

Mein Lebensweg führte mich aus der Schweiz nach Österreich. Im Lichtblick Team fand ich eine neue Familie. Trotz meiner Jugend habe ich bereits einen harten und steinigen Weg hinter mir. Deshalb bin ich heute froh, für andere Menschen in einer schwierigen Situation da sein zu dürfen. Als Mitarbeiter bei Lichtblick darf ich in meinem Tempo ins Berufsleben finden und bin seit September 2019 fest angestellt.